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Marielle - Prolog (4)

Nur zwei Reitstunden entfernt kroch das Morgenlicht in die Burg des Grafen Michel von Doussy. Männer und Frauen verließen ihre Schlafstatt, um mit dem Tagewerk zu beginnen. Im Freien empfing sie beißender Wind und sie mussten die Augen zusammenkneifen, um sich gegen ihn zu schützen. Der Angriff traf sie unvorbereitet. Seit Jahren lebte man hier in Frieden. Pfeilspitzen durchbohrten die Herzen der beiden Männer, die auf dem Holzturm Wache hielten, noch ehe sie Alarm schlagen konnten. 

Der Priester, der gerade mit dem Gebet beginnen wollte, bemerkte als Erster das nahende Unheil. »Wir werden angegriffen«, rief er mit zitternder Stimme. Jetzt wurden auch die anderen aufmerksam. Schreiend versuchten sie sich vor den Pfeilen, die über die schützenden Mauern regneten, in Sicherheit zu bringen. 

Auf dem Gesicht des Burgherrn spiegelte sich Furcht. Sofort befahl er seinen Kommandanten herbei. »Jeder Mann soll sein Schwert ergreifen. Die Frauen kümmern sich um die Kinder. Gnade uns Gott!« 

Aber Gott zeigte an diesem Morgen keine Gnade mit den Bewohnern der Burg. Fast alle wurden in einem Rausch von Blut und Grausamkeit dahingemetzelt. Wem die Flucht gelang, der versteckte sich in den angrenzenden Wäldern.

Als nur wenige Stunden nach dem Angriff Als nur wenige Stunden nach dem Angriff Rédouan von Doussy, der Sohn des Burgherrn, nach Hause zurückkehrte, schreckte er entsetzt zurück. Die Angreifer hatten die Köpfe seiner Eltern rechts und links vom Burgtor auf Pfeilern aufgespießt. Ihre blutüberströmten Körper lagen achtlos zwischen den anderen leblosen Leibern. Der Anblick brachte Rédouan beinahe um den Verstand. Zudem stank es widerwärtig nach Blut und anderen menschlichen Ausscheidungen. Erst nachdem Rédouan seinen gesamten Mageninhalt in den Staub entleert hatte, war er in der Lage, wieder einigermaßen klar zu denken.  

  

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