Die Bedrohung aus dem Osten

Bereits im 7. Jahrhundert waren Araber von der arabischen Halbinsel nach Norden vorgestoßen und hatten weite Teile des Vorderen Orients in ihren Besitz gebracht. Das sogenannte Heilige Land war seither unter muslimischer Herrschaft.

Als vorderer Orient werden die asiatischen Länder östlich des Mittelmeeres bezeichnet. Dazu zählen heute die Türkei, Syrien, der Libanon, Israel, Jordanien, der Irak, der Iran und die Länder der arabischen Halbinsel. Häufig wird auch Ägypten zum Vorderen Orient gezählt.

Im 11. Jahrhundert brachen türkische Volksstämme aus dem Inneren Asiens auf und bedrohten den Orient. 1071 schlugen sie ein byzantinisches Heer bei Mantzikert (Malazgirt/Türkei). Sie eroberten die östlichen Teile des Reiches. Ihre Hauptstadt wurde Nicaea (Iznik/Türkei). Auch das Heilige Land wurde von den türkischen Stämmen erobert. Der Besuch der heiligen Stätten in Jerusalem und Palästina wurde damit für die Christen gefährlicher.

Bei den damaligen Eroberern handelte es sich um Seldschuken, die dem großen Turkvolk angehörten. Es wird vermutet, dass es damals im Osten zu einer Abkühlung des Klimas gekommen war, was die Seldschuken nach Süden trieb.

Der Name der Seldschuken geht auf Seldschuk, einen turkmenischen Stammeshäuptling zurück. Gemeinsam mit seinen Gefolgsleuten war er um 970 zum Islam übergetreten.